Microsoft Ignite 2021: Das erwartet Sie in der Microsoft-Zukunft – die Keynotes im Überblick

Die Ignite 2021 ist vorbei und hat wieder einmal viel Neues und Interessantes rund um die Microsoft Cloud, den modernen Arbeitsplatz und moderne IT-Security mit sich gebracht. Sie haben das Event verpasst oder möchten einen Überblick über die wichtigsten Infos und spannendsten Neuerungen aus den vier Keynotes? Wir haben die vier Hauptvorträge für Sie zusammengefasst.

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Einen Blick in die Zukunft des modernem Arbeitens und der Cloud warf Microsoft bei seiner Tech-Konferenz Ignite in den vergangenen Tagen. Und wie sich herausstellte, ist diese Zukunft gar nicht mehr so weit entfernt. Am Dienstag startete Microsofts große Tech-Messe und in den Keynotes und Vorträgen von CEO Satya Nadella und Co. drehte sich alles rund um Zukunfts-Themen wie Mixed Reality, den hybriden Arbeitsplatz der Zukunft, KI oder Biotechnologie.

Zum zweiten Mal, nach September 2020, richtete Microsoft die Ignite als kostenfreies, virtuelles Event aus. An drei Tagen informierten die Techniker, Marketer und Manager des Unternehmens über die wichtigsten und interessantesten Neuerungen aus Tools wie Teams, Power Platform oder den Security Features des Microsoft 365 Defenders. In dutzenden Sessions gaben die Redner einen Ausblick auf neue Funktionen und neue Lösungen, die Microsoft demnächst für seine Kunden bereitstellt.

 

Vier Keynotes zur Einstimmung auf die Arbeit (und die Freizeit) in der Zukunft

In den vier wichtigsten Vorträgen des Events, gleich zu Beginn der Veranstaltung, versuchte Microsoft ein Feuerwerk aus großen Ankündigungen abzufackeln und diese Themen in eine Show zu verpacken, die Eindruck schinden sollte. Doch gerade bei der Ignite, die sehr techlastig ist, sind weniger die Shows der interessante Part, sondern die technischen Details, auf die wir uns freuen können. Wir haben für sie dezent an der Show vorbeigesehen und stattdessen die wichtigsten Infos und Ankündigungen im Überblick zusammengefasst. 

Übrigens: Wer auch abseits der großen Keynotes einen Blick auf die wichtigsten und spannendsten Kurzvorträge werfen möchte, der findet in unserem zweiten Artikel weiteren interessanten Ignite-Stoff.

 

Keynote 1: Satya Nadella, Alex Kipman und Microsoft Mesh

Wie immer eröffnete Microsoft-CEO Satya Nadella die Show und versuchte, in aller Kürze auf die aktuellen Geschehnisse und das, was in naher Zukunft kommen soll, einzustimmen. Er bezeichnete die Microsoft Cloud, mit all ihren Lösungen wie Azure oder Microsoft 365, als eine Cloud, die für die nächste Dekade gebaut wurde, eine Cloud, an der jeder teilhaben soll. Wie bereits in der Vergangenheit führte Nadella an, dass eine Cloud Unternehmen helfen soll, „Digital Tech Intensity“ zu erreichen, indem sie fünf wichtige Aspekte berücksichtigt:

  1. Ubiquitous and decentralized computing: Jedes Unternehmen wird mehr allgegenwärtige und dezentrale Computing-Power benötigen. Da sich alles immer stärker vernetzt und Cloud und Edge Computing immer stärker zunehmen, brauchen wir Cloud-Lösungen, die diese Anforderungen erfüllen können.
  2. Sovereign data and ambient intelligence: Datenverwaltung, Privacy und Datenschutz werden immer wichtiger werden, wenn die Cloud und KI überall Einzug hält, etwa beim Edge Computing oder im Gesundheitsbereich.
  3. Empowered creators and communities everywhere: In den letzten Jahren ist ein neues Verhältnis zwischen dem Konsum und der Kreation von Inhalten entstanden. Das Erstellen von Inhalten wird zukünftig immer stärker demokratisiert werden. Weltweit erhalten Nutzer immer mehr Zugang zu Tools und Plattformen, mit denen sie global zusammenarbeiten können.
  4. Economic opportunity for the global workforce: Zukünftig muss Produktivität wesentlich breiter gedacht werden, Zusammenarbeit, Weiterbildung und Erholung müssen hier stets mitgedacht werden. Dazu braucht es Flexibilität im Wann, Wo und Wie Menschen arbeiten.
  5. Trust by design: Grundsätzlich können bzw. sollten Technologieanbieter nur erfolgreich sein, wenn sie der Welt mit ihrem Tun helfen. Wir benötigen ethische Richtlinien, um KI zu entwickeln, unsere Technologien sollten sicher sein, die Grundrechte der Menschen achten, demokratische Institutionen stärken und den Planeten schützen.

Satya Nadella mit 5 Prinzipien für Tech Intensity.jpg

Eine Cloud solle Organisationen dabei unterstützen, ihre eigene Technologie zu erschaffen. Sie soll KMUs produktiver, Konzerne wettbewerbsfähiger, Non-Profit-Organisationen effektiver und Regierungen effizienter machen. Eine Cloud soll das Gesundheits- und Bildungswesen verbessern und Menschen dabei helfen, mehr zu erreichen. All das liefere (selbstverständlich) die Microsoft Cloud.

 

Modernes Arbeiten in Zeiten der Pandemie

Nadella stellte anschließend klar, dass Technologie allen Nutzern helfen soll, insbesondere beim Arbeiten (in Pandemiezeiten). Der Mitarbeiter im Home-Office sollte also ebenso teilnehmen und von der Technik profitieren können wie der Frontline Worker, also denen, die vor Ort arbeiten müssen. Dabei können Tools wie Teams helfen. Sie ermöglichen es, dass jeder von überall gesehen und gehört werden kann, alle gemeinsam arbeiten und so den Fortschritt vorantreiben können.

An beispielhaften Case Studies darf es bei solchen großen Thesen natürlich nicht mangeln und so untermalte Nadella schließlich seine Ideen vom weltweit vernetzten, intelligenten Arbeiten mit einem Chirurgen, der eine OP dank HoloLens und Teams über 7000 Meilen Entfernung anleitet und einem Unternehmen, dass sein Wissensmanagement dank Mixed Reality optimiert.

Mit Mixed Reality schloss der Microsoft-CEO auch seinen Vortrag und übergab an Alex Kipman, Technical Fellow for AI and Mixed Reality, allerdings nicht, ohne noch ein neues großes Ding anzukündigen: Microsoft Mesh.

Nadella mit Microsoft Mesh

 

Microsoft Mesh: Zusammenarbeiten und zusammen sein durch Mixed Reality

Mit Microsoft Mesh stellt Microsoft zukünftig eine Plattform bereit, die die physische und die digitale Welt vernetzt. Nutzer können in einer Mixed Reality als Hologram direkt vor Ort sein und dabei ganz natürlich miteinander interagieren. Mesh funktioniert mit Microsofts HoloLens, aber auch mit anderen Virtual Reality-Headsets, PCs, Macs, Tablets und sogar Smartphones.

Mesh ist dabei erst einmal kein neuer Ansatz: Man kennt das Thema bereits von Videospielen, von Unternehmen, die so etwas bereits im Einsatz haben und nicht zuletzt aus Science-Fiction-Filmen. Doch mit Mesh möchte Microsoft diese Technologie jetzt massentauglich machen und stärker in einen Business-Kontext bringen. Und das Potenzial ist gewaltig. Wenn die Technologie für die breite Masse zugänglich wird, richtig funktioniert und vielleicht noch ein wenig schicker wird, dann hat sie das Potenzial modernes Arbeiten und selbst moderne Meetings ein Stück weit zu revolutionieren.

 

Was ist Mesh?

In einer aufwendigen, wenn auch in Teilen abstrusen, Show stellte Alex Kipman die Möglichkeiten vor, die Microsoft Mesh bietet. Unter den Schlagworten „Connect from anywhere“, „Feel presence“ und „Experience together” fasste Kipman die Vorteile von Mesh treffend zusammen.

Mesh blendet über verschiedene Devices virtuelle Daten, etwa 3D-Modelle oder Avatare anderer Nutzer, in die reale Umgebung ein und ermöglicht per Gestensteuerung eine Interaktion mit diesen Daten bzw. Modellen. So können Sie etwa ein Modell eines Motors virtuell in den Raum projizieren und diese vituelle Abbildung mit den Händen vergrößern, drehen oder verändern. Alle Interaktionen überträgt Mesh in die Cloud, sodass alle Teilnehmer der „Mesh-Sitzung“ die Änderungen in Echtzeit verfolgen können. Nutzer können dabei als Avatar hinzugeschaltet sein oder als Real-Abbild in eine virtuelle Welt eingebettet werden. 

Das bedeutet, Menschen können viel realer als bisher miteinander agieren, zusammen arbeiten und Dinge auch aus großer Distanz miteinander teilen und erleben. Alex Kipman beschrieb diese Art der Zusammenarbeit so, dass es sich fast so anfühlt als wäre man am gleichen Platz, auch wenn man physisch nicht zusammen ist.

Für das gemeinsame Arbeiten an virtuellen Modellen und Daten kann das tatsächlich eine kleine Revolution bedeuten. Doch für viele zukünftige Nutzer dürfte der größte Vorteil von Microsoft Mesh bereits in etwas viel Alltäglicherem liegen: Online-Meetings. Denn Mesh lässt sich als eine Art Teams mit virtueller Anwesenheit einsetzen. Das heißt: In Zukunft sitzen wir tatsächlich unseren Kollegen (oder deren Avataren) gegenüber und sprechen mit ihnen, als ob sie direkt vor Ort wären.

Microsoft Mesh mit Avataren

Microsoft Mesh Bedienung

 

Für wen ist Mesh gedacht?

Mesh basiert auf Azure, kann gemeinsam mit Lösungen wie Dynamics 365 und Microsoft 365 zusammenarbeiten, nutzt den Microsoft Graph und lässt sich etwa mit Teams kombinieren. So fügt es sich perfekt in die Microsoft Cloud ein und ist ebenso für jedes Unternehmen geeignet wie alle anderen Microsoft Cloud-Lösungen auch.

Zahlreiche Unternehmen seien bereits auf dem Weg in die Mixed Reality, zeigte Kipman auf und ließ einige interessante Beispiele und Fakten folgen. So nutzten etwa 50% der Fortune 500-Unternehmen bereits HoloLens. Toyota habe durch Mixed Reality seine Zeit für Inspektionszeiten um 20% verringert und der Konstruktionssoftware-Hersteller Bentley Systems habe seine Arbeitskosten um 40% reduziert.

Neben Biologen, die die Tiefsee virtuell und mit Mixed Reality erforschen, kam im Vortrag etwa auch James Cameron zu Wort, der die Technologie für seine filmischen Tauchgänge und Unterwasserforschung verwendet. Und auch im privaten Bereich könne Mesh eingesetzt werden, erklärte Kipman anhand von Ideen wie Pokemon Go oder einem virtuellen Zusammentreffen mit Freunden, das in der Keynote, durch den Cirque du Soleil-Erfinder Guy Laliberté inspiriert, in eine kleine Virtual Reality-Party ausuferte.

Microsoft - Party mit Mesh
Party mit Freunden in der Virtual/Mixed Reality im Cirque du Soleil-Look.

 

Wann kommt Mesh und wo bekomme ich es?

Microsoft möchte das Mesh Developer-Kit in Kürze zur Verfügung stellen. Auch stehen zwei Apps bereit: Mesh App for HoloLens und AltspaceVR. Alle Infos und erste Eindrücke zur neuen Plattform erhalten Sie hier: microsoft.com/mesh. Wir sind schon jetzt gespannt auf die virtuelle Zukunft des Arbeitens.

Keynote 2: Der hybride Arbeitsplatz mit Jared Spataro

Spataro aus dem Home-Office

Mit einer ganz echten Realität stieg Jared Spataro, CVP Microsoft 365, in Keynote 2 ein. Seinen Vortrag über den hybriden Arbeitsplatz der Zukunft startete er von dem Ort, der aktuell für viele Nutzer Realität ist: dem Home-Office.

Gleichzeitig machte er klar, dass es nach wie vor viele Frontline Workers gibt, die auch in Coronazeiten nicht aufgehört haben, vor Ort zu arbeiten. Zum Glück hätten wir uns inzwischen angepasst und könnten Technologie nutzen, die es uns erlaubt von überall zu arbeiten. Im Jahr 2020 sei die Arbeit in die Cloud gewandert. Und auch in Zukunft rechnet Spataro nicht damit, dass wir zu unseren alten Arbeitsgewohnheiten zurückkehren, sondern wesentlich flexibler arbeiten werden: Die Zukunft des Arbeitsplatzes ist hybrid.

 

Viel Neues, natürlich von Teams

Für den hybriden Arbeitsplatz biete Microsoft die passenden Lösungen. Zu seinem Lieblings-Tool, Microsoft Teams, lieferte Spataro einige interessante Zahlen: 115 Millionen täglich aktive Nutzer mit insgesamt 30 Milliarden Minuten pro Tag aktiver Zusammenarbeit in Microsoft 365. 2020 veröffentlichte Microsoft mehr als 100 neue Features für Teams, darunter den Zweisamkeits-Modus (Together Mode) oder die Breakout Rooms (kein Wunder, dass wir in unserem Cloud Weekly fast jede Woche Neuigkeiten aus Teams präsentieren).

Über Teams Connect freute sich Spataro besonders: Es ermöglicht Nutzern, mit unternehmensfremden Personen per Teams ebenso einfach zusammenzuarbeiten wie es mit unternehmensinternen möglich ist. So lassen sich Externe ganz einfach in einen eigenen Teams-Kanal einladen, ohne Zugriff auf sonstige Inhalte zu bekommen.

Teams Connect

 

Mehr Flexibilität im Online-Meeting

Teams soll Meetings zukünftig noch einfacher und intuitiver machen, egal, wo die Teilnehmer sitzen: im Home-Office, in der Produktionshalle oder am mobilen Arbeitsplatz. So zeigte Spataro etwa, wie sich mit der Standout-Funktion Präsentationen remote vor der Kamera abhalten lassen, während Teams die Folien im Hintergrund darstellt. So können Meeting-Teilnehmer die Inhalte und den Speaker gleichzeitig sehen und Mimik und Gestik erkennen.

Teams Standout

Auch auf die neuen Webinar-Features, die in Kürze für Teams erscheinen sollen, ging Spataro ein. Eventregistrierung inklusive Anmeldeformular und neue Teilnehmerverwaltung für bis zu 1000 interne und externe Teilnehmer sollen Teams zukünftig zur vollwertigen Webinar-Lösung machen. Zudem können Webcasts für bis zu 20.000 Teilnehmer ausgesendet werden. Mehr zur neuen Webinar-Funktion in Teams erfahren Sie auch in unserem zweiten Beitrag zu Ignite.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags bezog sich schließlich darauf, wie sich Meetingräume digital optimal anbinden lassen. Die neuen Microsoft Teams Rooms etwa sorgen für eine bessere native Integration von Remote-Teilnehmern in einem Meeting: Das Surface Hub kann alle externen Teilnehmer gleichzeitig darstellen, die Meeting Room-Kamera zoomt für Externe automatisch auf den aktuellen Sprecher und intelligente Mikrofone erkennen automatisch, wer spricht und heben sie oder ihn visuell hervor. Mit Whiteboard können darüber hinaus alle problemlos gemeinschaftlich an einem digitalen Flipchart arbeiten.

Teams Room heute
Ein Microsoft Teams Room, wie er aktuell aussieht …

Teams soll in naher Zukunft zur intelligenten Meeting-Lösung für Mitarbeiter von überall werden, die nahtloses, gemeinschaftliches Arbeiten noch besser ermöglicht und zahlreiche intelligente Features mit sich bringt. Spataro fasste die zukünftige Teams-Erfahrung mit den Stichwörtern „fluid, dynamic und cloud-powered“ zusammen. Mit seinen letzten Worten im Vortrag führte er noch eben die neue Lern- und Kollaborations-Plattform Microsoft Viva ein, die Mitarbeiter fit für das zukünftige hybride Arbeiten machen soll. Mehr Infos dazu unter aka.ms/Viva.

Teams Room in der Zukunft
… und wie er in naher Zukunft aussehen soll.

 

Keynote 3: Security for All mit Vasu Jakkal, Irina Nechaeva und Alym Rayani

Security for all

Kein modernes Arbeiten ohne Cybersecurity und daher auch keine Ignite ohne Cybersecurity-Vortrag. Vasu Jakkal und ihre Kollegen Irina Nechaeva und Alym Rayani sprudelten mit Neuerungen im Bereich Security nur so heraus. Wohl auch eine Reaktion Microsofts auf den starken Anstieg der Cyber-Bedrohungen in den vergangen Remote Work-Monaten.

Und so startete Vasu Jakkal, CVP Microsoft Security, Compliance & Identity, auch mit der Botschaft, dass Security mit der Beschleunigung der zweiten Welle der Digitalisierung an einem massiven Wendepunkt stehe. Eine sicherere Welt sei fundamental wichtig.

 

Immer mehr Cyberattacken und Microsofts Zero Trust

Die Anzahl und Komplexität von Cybercrime-Attacken wie Ransomware sowie Nation State Attacks (Angriffe, hinter denen Nationen stecken) seien massiv gestiegen. Jakkal beleuchtete diese Fakten gemeinsam mit Tom Burt, CVP Customer Security & Trust. Gemeinsam warfen sie einen Blick auf den SolarWindsHack und den Digital Defense Report.

Microsoft reagiere auf die neuen Herausforderungen und Risiken mit seinem holistischen Schutz in den Bereichen Security, Compliance sowie Identity & Management. Mit einer Ende-zu-Ende-Lösung, unterstützt durch eine gut trainierte KI, sollen Nutzer und Unternehmen optimal geschützt werden.

Zero Trust

All das basiere auf Microsofts Zero Trust-Prinzipien:

  1. Verify explicitly: Nutzung von starken Authentifizierungsmaßnahmen wie MFA, Schutz von User Credentials und Schutz von Devices, 
  2. Provide least privileged access: Granular abgestimmte Nutzung von Conditional Access per Azure AD,
  3. Always assume breach: Integration von und Überwachung durch SIEM- (Azure Sentinel) und XDR-Tools (Microsoft Defender) in einem holistischen Ansatz.

 

Passwortlose Authentifizierung, temporäre Passwörter, SIEM und XDR Experience-Update und Threat Analytics

In diesem Zuge kündigte Irina Nechaeva, Director Product Marketing, mit der allgemeinen Verfügbarkeit von passwortloser Authentifizierung in Azure AD sowie temporären Passwörtern zur Account-Einrichtung und -Wiederherstellung in der Public Preview gleich die ersten interessanten Neuerungen an.

Anschließend präsentierte Andrew Conway, General Manager Security Marketing, nicht nur 30 neue Konnektoren für Azure Sentinel, mit denen sich in Multicloud-Umgebungen leichter entscheidende Daten sammeln lassen. Er stellte auch die neue, stärkere Verknüpfung von Azure Sentinel und Microsoft Defender sowie die neue Threat Analytics-Funktion als Teil des Microsoft 365 Defenders (Public Preview) vor. Damit finden Nutzer zahlreiche Reports zu Bedrohungen direkt in der Oberfläche von Microsoft 365 Security.

 

Neue Compliance-Funktionen zum Schutz aus dem Inneren heraus

Alym Rayani, General Manager Compliance Marketing, ging anschließend noch auf neue Compliance-Features ein, mit denen etwa plattformübergreifender Schutz vor Datenabfluss und Datenmissbrauch verbessert werden soll.

Rayani kündigte unter anderem besseren Schutz von Office-Dokumenten durch Microsoft Information Protection während der gemeinsamen Bearbeitung durch mehrere Autoren an. Nutzer müssten so nicht mehr wählen zwischen moderner Kollaboration und moderner Security.

Auch die Data Loss Prevention-Funktionen hat Microsoft verbessert und ausgebaut, sodass zukünftig auch Daten im Chrome-Browser geschützt werden, indem Nutzer etwa keine geschützten Dokumente in Google Drive hochladen können.

Mit Microsoft Aure Purview lassen sich zukünftig auch externe mit Azure verbundene Daten-Quellen wie AWS oder S3 auf sensible Daten über das Microsoft 365 Compliance Center scannen.

Azure Purview

Und schließlich sollen sich durch Insider Risk Management Analytics auf Knopfdruck potenziell gefährliche Aktivitäten im eigenen Tenant identifizieren lassen.

 

5 Tipps für bessere Security

Vasu Jakkal schloss ihren Vortrag mit 5 Tipps für mehr Sicherheit:

  1. Schütze deine Identitäten – durch den Einsatz von Multi-Faktor-Authentifizierung
  2. Verwalte deine Devices – halte deine Geräte aktuell
  3. Bewerte deine Sicherheitslage – verstehe und nutze deinen Secure Score
  4. Stärke deine Compliance-Position – nutze den Compliance Manager
  5. Erhalte deine Sicherheitszertifikate – Microsoft bietet vier neue Security-, Compliance- und Identity-Zertifikate


Keynote 4: Envisioning tomorrow – die Zukunft aus einer alternativen Perspektive mit Mitra Azizirad

In Keynote 4 versprach Mitra Azizirad, CVP AI & Innovation, unglaubliche Innovationen und eine alternative Perspektive auf die Zukunft. Ihr Vortrag, der sich vor allem um KI und Daten drehte, zeigte einige interessante Ansätze dazu, wie Microsoft und deren Kunden heute bereits intelligente Cloud-Technologien einsetzen.

 

Die Maschine als Partner: KI als Helfer

Machine Learning für Filmanalyse

David Carmona, General Manager AI and Innovation, präsentierte in einem kurzen Clip die Ergebnisse, die Microsoft in einem KI-Experiment gemacht hatte. Ein Team von Microsoft hatte dafür ein weit entwickeltes KI-Modell auf Basis des Microsoft Turing-Modells genutzt, um Filme zu analysieren. Im Ergebnis zeigte Carmona, wie die KI Filmszenen anhand von Charakteren oder visuellen Emotionen im Film korrekt auswählen, komplexe Fragen zum Film beantworten und sogar selbstständig ein alternatives Ende schreiben konnte. Microsoft selbst nutze diese Technologie zum Beispiel für eine Outlook Auto-Reply-Funktion.

 

3 Ebenen, um künstliche Intelligenz zu nutzen

Azizirad stellte anschließend die drei Ebenen vor, die Microsoft für KI auf Basis von Azure Services anbietet. Die Basis bildet der AI Supercomputer, der anhand von Billionen Paramatern trainiert wird und für enorm aufwendige Szenarien gebucht werden kann. In der zweiten Ebene bietet Microsoft Services an, die von dieser KI bereitgestellt werden, etwa Azure Cognitive Services. In der dritten Ebene lassen sich diese Services auf die eigenen Bedürfnisse anpassen und so Modelle nutzen, um eigene Dienste zu kreieren. Als Beispiel zeigte Azizirad das Unternehmen AvePoint, das ein intelligentes Wissensportal aufgebaut hat, um seinen Mitarbeitern eine individuell zugeschnittene Lernerfahrung zu bieten.

AI Services

 

KI, die von unserem Wissen lernt

Beim theoretischen Trainieren von KI sei aber nicht Schluss. Azizirad zeigte im Anschluss eine Drohne, die anhand der Steuerung durch den Nutzer und dessen Flugverhalten lernt. Dieses „Machine Teaching“ sei ein einfaches Beispiel für Low Code-Programmierung im Bereich KI, also das Anlernen einer Künstlichen Intelligenz, ohne über tiefgehende Erkenntnisse über Daten oder KI-Entwicklung zu verfügen. Für das Trainieren der Drohne nutze Microsoft eine möglichst reale Simulation (AirSim), die sehr stark an den Microsoft Flight Simulator erinnerte. Als Beispiel zeigte Azizirad das Unternehmen Bell, das diese Simulation nutze, um die KI für eigene Drohnen zu trainieren.

 

KI zur Erkennung von Fake News

Deep Fakes sind heute keine Seltenheit mehr. In manipulierten Videos werden Personen oder Dinge täuschend echt kopiert und nach Belieben verändert. Diese Manipulation mithilfe von KI hat sehr stark zugenommen und die Ergebnisse sind inzwischen kaum mehr von echten Videos zu unterscheiden. Azizirad stellte Project Origin vor, das KI nutzen möchte, um Deep Fakes zu entdecken und Nutzer zu warnen. Der Zusammenschluss verschiedener Organisationen im Project Origin, darunter auch Microsoft, möchte die Quelle von Inhalten mit einer Blockchain-Technologie klar kenntlich machen und Leser oder Zuschauer besser in die Lage versetzen, Fake News zu erkennen.

 

KI und Daten in der Biotechnologie

Zum Abschluss ihres Vortrags präsentierte Azizirad zwei Beispiele aus Medizin und Biotechnologie, die zeigten, wie Daten und KI eingesetzt werden können, um Menschen zu helfen:

Dr. Christopher Bishop, Lab Director of Microsoft Research Lab, nutzt Collective Health Data und Machine Learning-Simulationen, um an der Neuprogrammierung von DNA zu forschen. Er verändert das Erbgut von Viren und schreibt sie so um, dass sie heilen anstatt krank zu machen.

In Botswana versuchen Dr. Ernest Darkoh und Dr. John Sargent den Menschen unter anderem mithilfe von KI zu helfen. Sie nutzen Daten, um überlastete Krankenhäuser zu identifizieren und den Mitarbeitern automatisiert erstellte Pläne zukommen zu lassen, in denen sie die passenden Informationen zum Tagesablauf, zu den Patienten und weitere Infos finden. Sie nutzen KI auch, um Vorhersagen darüber zu treffen, welche Patienten wann ihre Medizin nehmen und an die Einnahme zu erinnern. Auf diesem Weg versuchen die beiden Ärzte, das Gesundheitswesen besser zu machen.

 

Fazit zur Ignite: Von Microsofts Tech-Blick in die Zukunft

Auch der zweite Teil der Ignite in Zeiten von Corona zeigte, dass Microsoft versucht vorwärts zu preschen. Die Nachrichtenfülle des Events war einmal mehr sehr hoch und in den Bereichen Modern Work, Security, aber auch KI erwarten uns zahlreiche Innovationen. In den letzten Monaten hat Microsoft viele Neuerungen präsentiert und neue Plattformen zum gemeinschaftlichen Arbeiten entwickelt oder ausgebaut. Der Blick in die Zukunft aus Microsoft-Sicht, mit Tools wie Mesh und neuen Features in Teams, verspricht spannende Modern-Work-Zeiten.

Wer mehr zur Ignite, den vorgestellten Neuerungen und den besprochenen Tools und Features erfahren möchte, findet in unserem Artikel zu den Sessions neben den Keynotes viele weitere Infos. Und auch Microsoft hat den ein oder anderen Kanal mit Infos befüllt. Hier ein kleiner Überblick:

Weitere Infos zum Produkt:

Microsoft 365