Um Geräte effektiv zu verwalten und Unternehmensdaten zu schützen, bietet sich der Endpoint Manager von Microsoft als sinnvolle Ergänzung zu vorhandenen Systemen an. Zudem ist dieser schon in vielen Microsoftlizenzen enthalten, weswegen die Nutzung lediglich einen Konfigurationsaufwand bedeutet und keine sonstigen Mehrkosten verursacht. Wieso ihn nicht dann auch nutzen? Im Business-Umfeld sind Apple-Geräte, speziell iPhones stark vertreten. Immer mehr Kunden beginnen zudem, sich mit Mobile Device Management (MDM) auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund steht in diesem Beitrag die Einbindung in den Endpoint Manager von Apple iPhones und iPads im Vordergrund.
Wir zeigen in diesem dreiteiligen Beitrag, wie man Zugriff zum Apple Business Manager erhält, welche Vorteile dieser bei der Nutzung mit dem Endpoint Manager mit sich bringt und wie man ihn in den Endpoint Manager einbindet.
In Teil 2 des Beitrags richten wir den Apple Business Manager im Microsoft Endpoint Manager ein
Der Apple Business Manager
Apple bietet seinen Nutzern/Kunden die sogenannte „automatische Geräteregistrierung“ an, häufig auch als Device Enrollment Program (DEP) bezeichnet.
Die automatische Geräteregistrierung ist ein Programm von Apple, bei dem Apple-Geräte, welche über den Apple Firmenaccount bei einem autorisierten Händler gekauft werden, sofort dem Apple Business Manager (ABM) Account hinzugefügt werden. Hierdurch muss der Käufer keine Registrierung durchführen. Durch das direkte Hinzufügen des Gerätes zum ABM seitens Apple beim Kauf eines Gerätes über den Apple-Firmenaccount ist der Eigentümer des Geräts verifiziert.
Im ABM selbst lassen sich die registrierten Geräte anschließend einem verknüpften Endpoint Manager zuweisen und so vollständig verwalten.
Die automatische Registrierung ist eine von zwei Möglichkeiten, ein Onboarding von Geräten in ABM durchzuführen. Die zweite Variante ist der Apple Configurator 2, auf welchen wir in Teil 3 der Beitragsserie genauer eingehen.
Vorteile des Apple Business Managers
Aber warum möchte ich meine Geräte über den Apple Business Manager oder den Apple Configurator 2 onboarden, wo ich doch durch die Installation des Unternehmensportals die Geräte deutlich leichter in den Endpoint Manager integrieren könnte?
Wir unterscheiden hier zwischen privaten Geräten und Geräten für Unternehmenszwecke. iPhones oder iPads, welche durch die Installation der Unternehmensportal-App gesteuert werden, gelten als Bring-your-own-Device (BYOD) Geräte. Durch diese Klassifizierung lässt sich das Gerät nicht vollständig steuern und im Notfall auch nicht komplett aus der Ferne löschen, Warnhinweise auf dem Display anzeigen und Ähnliches. Durch das Onboarding über den Apple Business Manager oder den Apple Configurator lassen sich Geräte vollständig steuern und tragen somit zur Sicherheit des Unternehmens bei.
Die Vorgehensweise bei Verwendung des Apple School Managers sollte analog zu der des Apple Business Managers sein.
Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um alle Schritte in diesen Artikeln durchführen zu können:
- Vorhandene Microsoft-Lizenz mit Geräteverwaltung (Endpoint Manager/Intune)
- Ein Apple-Rechner mit macOS 10.15.6 oder höher (Macbook, MacMini, ..)
- Administrative Berechtigung für den Endpoint Manager
Erstellung Apple Business Manager (ABM) Account
Um von der automatischen Geräteregistrierung zu profitieren, benötigen Sie einen ABM-Account. Dieser ist kostenfrei und kann ebenso kostenlos bei Apple beantragt und erstellt werden. Die Erstellung erfolgt unter folgendem Link:
Für die Registrierung wird eine DUNS-Nummer benötigt. Die DUNS-Nummer ist eine neunstellige Nummer zur weltweiten, eindeutigen Identifizierung eines Unternehmens. Eine Abfrage für Ihr Unternehmen auf eine DUNS-Nummer können Sie unter folgendem Link durchführen:
UPIK®-Plattform - Dun & Bradstreet (dnb.com)
Sofern noch keine DUNS-Nummer für das eigene Unternehmen existiert, kann diese unterhalb auf der gleichen Seite über einen Kontakt erstellt werden.
Bei der Erstellung des ABM-Accounts müssen zwei Kontakte angegeben werden. An diese schickt Apple E-Mails zur Bestätigung/Verifizierung der Anfrage. Sobald die Anfrage zur Erstellung gesendet ist, erscheint folgendes Bild:
Anschließend erhalten die angegebenen Kontakte E-Mails, welche sie bestätigen müssen.
Die im ABM hinterlegten Accounts erhalten eine eigene E-Mailadresse und sind dadurch „verwaltete Apple-IDs“. Am Beispiel der TLD von Qualityhosting lautet eine verwaltete AppleID: ...@qualityhostingde.appleid.com.
Beantragung einer Apple-Kundennummer
Durch die Erstellung eines ABM-Accounts sind wir nun auch im Besitz einer Apple-Kundennummer, oder? Leider nicht, denn diese, wie auch die Händlernummer, ist losgelöst vom ABM-Account. Haben wir aber nicht schon eine Kundennummer, welche auf der Rechnung des gekauften Produkts steht? Nein, denn diese ist nicht die benötigte Apple-Kundennummer, sondern eine generische. Aber was sind die Apple-Kundennummer und die Händlernummer überhaupt? Hierzu ein kurzer Exkurs:
Geräte, welche über die automatische Registrierung im ABM registriert werden sollen, müssen bei einem autorisierten Händler gekauft werden. Das muss nicht Apple sein. Achtung: Nicht jeder Händler nimmt an Apples Programm zur automatischen Registrierung Teil, Sie sollten sich also vorher informieren, wo die eigenen Geräte bezogen werden.
Die Händler besitzen eine Händlernummer, die bei dem entsprechenden Händler erfragt werden kann. Es scheint hier keine allgemeine Liste als Verzeichnis zu geben.
Gekaufte Geräte werden auf die Apple-Kundennummer und/oder auf die Apple-Händlernummer registriert. Die Registrierung auf die Apple-Kundennummer ist bei Geräten, welche bei Apple direkt gekauft wurden, auch noch im Nachgang möglich. Die Möglichkeiten bei anderen Händlern müssen Sie erfragen.
Die Apple-Kundennummer und die Händlernummer lassen sich im Apple Business Manager eintragen. Dadurch findet die Zuordnung der Geräte zu dem ABM statt. Ohne die Zuordnung der Nummer(n) erscheinen die Geräte nicht im ABM.
Kleine Info: Die Apple-Kundennummer wird an manchen Stellen auch „DEP-Nummer“ genannt.
Wie wird aber nun eine Apple-Kundennummer beantragt?
Die Apple-Kundennummer lässt sich nicht über den regulären Apple-Support beantragen. Für die Beantragung sucht man sich den nächstgelegenen Apple-Store und ruft diesen an. Die Erstellung erfolgt dann über Mitarbeiter des Apple Stores. Im Zuge der Erstellung erhält man eine E-Mail, welche man mitunter nicht direkt in Zusammenhang bringt mit der Erstellung der Kundennummer:
Durch einen Klick auf „Store einrichten“ leitet man die Erstellung der Apple-Kundennummer ein. Aufpassen: Die Daten, welche man dem Mitarbeiter des Stores zur Erstellung genannt hat, sind im Formular zur Erstellung der Apple-Kundennummer teilweise vorausgefüllt. Eine Änderung der Daten in den gesperrten Feldern via E-Mail hat bei uns zu einer Stornierung des Antrags geführt. Ist die Erstellung nun abgeschlossen, kann die Nummer im ABM eingetragen werden:
In unserem Fall hat der Mitarbeiter des Apple Stores unsere bereits gekauften und bei Apple im System vorhandenen Geräte nachträglich auf unsere Kundennummer registriert. Zudem hat uns der Mitarbeiter eine Händlernummer genannt, welche wir zusätzlich zur Apple-Kundennummer im ABM eingetragen haben. Bis die Geräte bei Apple mit unserer Apple-Kundennummer synchronisiert waren und bei uns im Portal erschienen sind, hat es eine Woche gedauert.
Die Geräte sind anschließend im „Geräte“-Menüpunkt auf der linken Seite sichtbar:
In Teil 2 des Beitrags richten wir nun den Apple Business Manager im Microsoft Endpoint Manager ein .